10. August 2019
von Frank Frick
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Neues Forschungsmagazin future: Print hat Zukunft

Ein gedrucktes Forschungsmagazin neu zu starten – das ist in Zeiten, da fast alle Forschungseinrichtungen und Unternehmen vornehmlich auf Online-Präsenz setzen, durchaus ungewöhnlich. Die Universität Siegen hat es getan – und ich bin dankbar, dass ich dazu drei Artikel beigetragen durfte.

So sieht es aus: Das neue Forschungsmagazin
Das Cover der ersten Ausgabe des Forschungsmagazins future der Universität Siegen

„Wir können mit Stolz auf Erreichtes zurückblicken und mit positiver Erwartung in die Zukunft schauen. Diese kreative Wirkungskraft, diese Begeisterung für die Suche nach Neuem, möchten wir mit Ihnen teilen“, schreibt im Editorial Prof. Peter Haring Bolivar. Der Prorektor Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs der Universität Siegen weiter: „Unser neues Forschungsmagazin future nimmt Sie deshalb mit in die Welt der Forschung hier in Siegen, mit zu den Menschen an unserer Universität.“

Das Siegener Forschungsmagazin hat eine Auflage von 5000 Exemplaren.

Es gibt auch eine Webansicht. Blättern erwünscht!

Die Artikel, die ich geschrieben habe:

Der digitale Wundverband (Seite 42)

Ein Siegener Forschungsteam um Prof. Dr. Holger Schönherr entwickelt ein High-Tech-Pflaster. Mit seiner Hilfe sollen Pflegefachkräfte oder ÄrztInnnen aus der Ferne überwachen können, ob sich Wunden von PatientInnen gefährlich entzündet haben.

Gestern Uni, heute Weltmarktführer (Seite 68)

Doktorand Bernd Buxbaum entwickelte zusammen mit seinem Doktorvater Prof. Rudolf Schwarte ab 1997 an der Universität Siegen eine spezielle 3D-Bildsensor-Technologie. Sie wurde zur Basis des Unternehmens pmdtechnologies, dessen Know-how heute bei Herstellern von Robotern, Smartphones und Autos heiß begehrt ist

Faktencheck (Seite 78)

Stimmt es wirklich, dass der Meeresspiegel nicht bedrohlich ansteigen wird, wenn sich das globale Klima um höchstens zwei Grad erwärmt?

Wer gerne in die Printausgabe schauen möchte, findet hier die richtige Adresse, um sie zu bestellen und zu abonnieren.

9. August 2019
von Frank Frick
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Fake Science: Wie die Wissenschaft dagegen kämpft

Räuberjournale, Schwindler und Korruption bedrohen die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft. Die hat den Kampf gegen Fake Science auf ihre Weise aufgenommen.

Blick auf den layouteten Artikel Fake Science
Der Artikel „Fakten gegen Fake Science“ ist in der Februar-Ausgabe 2019 der Zeitschrift „bild der wissenschaft“ erschienen

„Fake Science – Die Lügenmacher“ lautete der reißerische Titel einer Fernsehreportage der ARD Ende Juli 2018. Sie berichtete über Raubverleger, die es Wissenschaftlern gegen Bezahlung ermöglichen, ihre Studien zu veröffentlichen – ohne Qualitätskontrolle wie etwa einer externen Begutachtung. Weltweit, so das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Recherche verschiedener internationaler Sender und Zeitungen, haben rund 400 000 Wissenschaftler von diesem Angebot Gebrauch gemacht – darunter 5000 deutsche. Als Wissenschaftsskandal ordnete die ARD das ein – aufgrund der Vermutung, dass auf diese Weise zweifelhafte oder gefälschte Ergebnisse in die Welt gesetzt werden, die unter anderem die finanziellen Interessen von Unternehmen bedienen.

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6. März 2019
von Frank Frick
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Vorgestellt: Wie ich über Digitalisierung schreibe

Ein sehr kurze Geschichte des digitalen Wandels

Die Digitalisierung krempelt unsere Welt um. Die digitale Transformation scheint sich dabei immer weiter zu beschleunigen. Es ist 36 Jahre her, da war Musik noch ausschließlich analog auf Schallplatte oder Tonband zu haben. Dann begann mit der CD die Digitalisierung der Töne. Vor rund 25 Jahren folgte die Digitalisierung von Bildern – Fotos und Filmen – auf breiter Front. Etwa zur gleichen Zeit geht mit dem „Spiegel“ die erste deutsche Zeitschrift mit einer Webseite online. Vor weniger als 20 Jahren kamen erschwingliche GPS-Auto-Navigationsgeräte auf den Markt, die heute dank entsprechender Smartphone-Apps schon wieder auf dem Rückzug sind. Gerade mal zehn Jahre ist es her, da ging Whatsapp an den Start – und krempelte die private Kommunikation um. Digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Siri sind weniger als vier Jahre jung. Ähnlich wie Drohnen, Saugroboter und Smart-Home-Lichtsteuerung haben sie rasend schnell Einzug in unseren Alltag gehalten.

Vieles, was vor wenigen Monaten noch Science fiction war, ist heute schon Realität. Das spiegelt sich in aktuellen Überschriften: „Die Zukunft ist schon da“ titelt die aktuelle Ausgabe Zeitschrift „test“ (ein lesenswerter Übersichtsartikel über künstliche Intelligenz). Die Variante lautet „Jetzt ist morgen“ – so der Titel einer Digitalisierungs-Sonderausgabe der Zeitschrift „bild der wissenschaft“, zu dem ich drei Artikel beigesteuert habe.

Digitalisierung in der Medizin

Die Digitalisierung durchdringt inzwischen auch die Medizin. Manches, was möglich ist, wird dabei aber die Forschungslabore in der nächsten Zeit noch nicht verlassen: Die wirtschaftlichen oder rechtlichen Hürden sind zu hoch. Bei der „Griff-Technik für die gelähmte Hand“, über die ich berichte, muss man abwarten. Der Schlaganfall-Patientin Annette Dreher hat sie jedenfalls schon mal ein geniales Gefühl beschert. Hier der Teaser des Artikels: „Forscher aus Baden-Württemberg entwickeln eine Stützstruktur für gelähmte Hände, durch die Patienten wieder Gegenstände greifen können. Gesteuert wird dieses Exoskelett mittels Hirnströmen, Augenbewegungen und Künstlicher Intelligenz„. Wenn Sie den ganzen Artikel lesen möchten – bitte. Der Klick führt Sie auf eine Webseite von „bild der wissenschaft“.

Digitalisierung und Mobilität

Das Roboterauto ist in aller Munde. Doch neben der grundsätzlichen ethischen und rechtlichen Frage, inwieweit das Verhalten eines Fahrzeugs über Leben und Tod anderer Verkehrsteilnehmer entscheiden darf, gibt es auch eine Vielzahl technologischer Herausforderungen. Um eine davon geht es in meinem Artikel „Erkennen, wenn ein Auto lügt“. (Der Link öffnet den Artikel auf wissenschaft.de). Der Teaser: „Fahrzeuge, die miteinander vernetzt sind, sollen den Verkehr sicherer, flüssiger und abgasärmer machen. Doch dafür dürfen sie nicht auf gefährliche Falschinformationen hereinfallen.“

Digitalisierung und Beruf

Viele Menschen, die nicht in die digitale Welt hineingeboren wurden, staunen angesichts der Geschwindigkeit des technischen Fortschritts – zumindest wenn sie einen Moment innehalten. Zudem sehen sie oft nicht nur den Nutzen, sondern auch die ethischen und gesellschaftlichen Probleme, die mit der Digitalisierung einhergehen. Manchmal ist es durchaus gerechtfertigt, auf die Bremse zu drücken. Die Digital Natives dagegen gehen bereits wie selbstverständlich und daher manchmal unkritisch mit den digitalen Technologien um. Doch auch an den Jugendlichen von heute wird die digitale Transformation nicht vorbeigehen: So kolportiert die Baden-Württemberg Stiftung die Prognose, dass 80 Prozent der Berufe, die die heutigen Kinder einmal ergreifen werden, noch gar nicht bekannt sind. Erfahren Sie mit einem Klick, wie die Stiftung mit einem interaktiven Truck Schülern Einblicke in die Arbeitswelt der Zukunft ermöglicht.

Das ganze bdw plus „Jetzt ist morgen“ können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen.

5. Januar 2019
von Frank Frick
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Online-Redakteur oder ein Social-Media-Manager gesucht? Gefunden!

Was macht ein Online-Redakteur?

Streng genommen müsste man zwischen Online-Redakteuren und Online-Journalisten unterscheiden. Ein Online-Redakteur oder eine Online-Redakteurin erstellt nicht nur einen Text, sondern gestaltet und pflegt Webseiten. Online-Journalisten dagegen schreiben – und zwar ausschließlich. Sie tun dies nicht für eine Zeitung oder Zeitschrift, sondern für ein Internetmedium. Daher schreiben sie anders als Printjournalisten. Denn das Leseverhalten der Internetnutzer ist anders als etwa das von Zeitschriften-Abonnenten. 

Mehr als nur Text

Dazu bereiten Online-Redakteure beispielsweise auch Fotos und Videos auf. Sie redigieren fremde Artikel, verbinden sie mit Bildern, Grafiken, Filmsequenzen und Tönen. Sie setzen Hyperlinks, um dem Besucher einer Webseite weiterführende Hintergrundinformationen anzubieten. Sie betreuen auch Diskussionsforen.

Was ist der Unterschied zwischen Online-Redakteur, Content-Manager und Social-Media-Manager?

Online-Redakteur und Content-Manager unterscheiden sich in etwa so wie eine Putzfrau und eine Raumpflegerin. Beide tun das Gleiche. Aber in manchen Ohren klingt Raumpflegerin besser. Dasselbe ausführlicher kann man hier lesen.

Auch zwischen Online-Redakteuren und Social-Media-Manager gibt es, bezogen auf Unternehmen, große Gemeinsamkeiten: Beide sollen die Bekanntheit und die Reputation von Unternehmen steigern. Beide Berufsfelder gehen in der Praxis oft ineinander über, stellt denn auch mein Weiterbildungsinstitut „Business Academy Ruhr“ fest.

Zertifikat Online-Redakteur für Frank Frick
IHK-Zertifikat „Online-Redakteur“

Kleine Unterschiede

Die Business Academy Ruhr sieht den Social Media Manager dabei eher als den „umfassenden Strategen“, der die Inhalte für die verschiedenen Social Media Kanäle plant. Weiter schreibt sie: „Hierfür erstellt der Social Media Manager einen umfassenden Redaktionsplan für die Social-Media-Kanäle und den Blog. Er begleitet auch Events der Firma auf den Social Media Kanälen. Dabei muss er nicht nur auf die Zielgruppe Rücksicht nehmen, sondern auch auf Urheberrecht, Haftung, Markenschutz, Impressumspflicht.“ Dafür delegiere er Teile seiner Aufgaben an den Online-Redakteure. Der Online-Redakteur wiederum, so die Academy, konzentriere sich vor allem auf das Unternehmensblog oder den Online-Shop.

Mein Kommentar dazu: In der absolvierten Weiterbildung „Online-Redakteur“ ging es tatsächlich überwiegend darum, eine Strategie zu entwerfen. Die Facharbeit, die als wesentliche Aufgabe zu schreiben war, drehte sich genau darum. Um das Schreiben von Blog-Beiträge ging es nur am Rande – gut so, da bin ich als Journalist sowieso fit.

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15. Oktober 2018
von Frank Frick
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Bioökonomie: Die Chemikalien-Wende

Was heute aus Erdöl hergestellt wird, soll künftig in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft aus Pflanzen oder Bioabfällen erzeugt werden. Jülicher Forscher haben untersucht, wie Pflanzen zu einem effizienten Rohstoff zur Produktion von Chemikalien werden.

Diesen Artikel hat der Wissenschaftsjournalist Frank Frick für den Jahresbericht 2017 des Forschungszentrums Jülich geschrieben, der sich hier herunterladen lässt.

Wogendes Getreide oder Kohl- und Spargelfelder haben viele vor Augen, wenn sie an Ackerbau denken. Doch vermutlich wird das Bild bald ergänzt werden – etwa durch Äcker, auf denen die aus Nordamerika stammende, bis zu fünf Meter hohe Virginiamalve „Sida hermaphrodita“ wächst. Warum aber sollten Landwirte Sida anbauen, eine Pflanze, die weder Nahrungsmittel liefert, noch als Tiernahrung taugt? Weil möglicherweise künftig Bioraffinerie-Betreiber die Ernte kaufen, um daraus Chemikalien zu gewinnen, die dann etwa zu Kunststoffen, Pflanzenschutzmitteln oder Medikamenten weiterverarbeitet werden.

Effizient zur Bioökonomie

Sida bringt dafür gute Eigenschaften mit: Von einer 10.000 Quadratmetern Fläche lassen sich bis zu 40.000 Kilogramm Triebe ernten. Eine Heuernte bringt nur ein Zehntel dieses Ertrags. Weil die Pflanze alle Jahre wieder sprießt, lassen sich Sida-Kulturen bis zu 30 Jahre lang nutzen, und brauchen dabei wenig Dünger und Wasser. Ein weiterer Pluspunkt: Sidablüten bieten Bienen reichlich Nahrung. „Die Vorteile kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn aus der geernteten Pflanzenmasse letztlich ein hoher Anteil an wertvollen Basischemikalien gewonnen werden kann“, sagt Holger Klose vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG). Genau das hat der Pflanzenwissenschaftler gemeinsam mit Kollegen aus Aachen und Jülich untersucht – bei Sida und vier anderen Pflanzenarten: Durchwachsene Silphie, Riesen-Chinaschilf, Riesen-Weizengras und Mais. „Wenn unsere Wirtschaft, die auf begrenzten Vorräten an Erdöl, Gas und Kohle beruht, zunehmend durch eine nachhaltige Bioökonomie abgelöst werden soll, müssen nachwachsende Rohstoffe möglichst effizient angebaut und genutzt werden“, sagt Prof. Ulrich Schurr, Direktor des Instituts für Pflanzenwissenschaften im IBG.

Chemisch gesehen besteht die Ernte bei den untersuchten Pflanzen hauptsächlich aus Lignocellulose. Dieser Verbund aus Cellulose, Hemicellulose und Lignin bildet das Gerüst der Pflanze. Die Papierindustrie setzt heiße Laugen und hohen Druck ein, um auf recht rabiate Weise Lignin und Hemicellulose von der Cellulose abzutrennen, die für Papier benötigt wird. „Allerdings ist das Biopolymer Lignin, das man auf diese Weise erhält, nur begrenzt verwertbar und wird zumeist verbrannt“, sagt Klose. Anders dagegen beim OrganoCat-Verfahren: Bei diesem Prozess, kommt die Lignocellulose in einen Reaktor, in dem sich neben einem Katalysator zwei nicht mischbare Flüssigkeiten befinden: 2-Methyltetrahydrofuran und Wasser. Unter relativ milden Bedingungen erhält man so neben Cellulose und Zuckern ein hochwertiges Lignin, das sich gut für die weitere chemische Verarbeitung eignet.

Prozesse optimal steuern

Die Forscher um Klose haben für alle fünf Arten den Anteil der Lignocellulose und deren chemische Zusammensetzung bestimmt. Nach der OrganoCat-Behandlung analysierten die Forscher die gewonnenen Stoffe. Die Ergebnisse präsentierten sie 2017 in der Fachzeitschrift Bioresource Technology. „Riesen-Weizengras – ursprünglich in Ungarn gezüchtet – liefert besonders viel hochwertiges Lignin“, bringt Klose ein Resultat auf den Punkt. Dennoch setzen die Forscher auch auf Sida und die anderen Rohstoffpflanzen. Denn erstens soll die Bioökonomie nicht zu Monokulturen führen. Zweitens macht sich die Industrie nicht gerne von einer einzigen Rohstoffquelle abhängig. Drittens beeinflusst die Nachfrage nach bestimmten Chemikalien, welche Quelle jeweils günstig ist.

„Um möglichst flexibel zu sein, muss man wissen, wie die Lignocellulose-Zusammensetzung einer Pflanzenart und die beim OrganoCat-Prozess erhaltenen Stoffe zusammenhängen. Dann könnte man Modelle entwickeln, wie man diese Prozesse optimal steuern kann“, so Klose. Die nächsten Schritte dahin unternehmen die Forscher im FocusLab AP3, in dem Jülich und die Universitäten Aachen, Bonn und Düsseldorf ihre Bioökonomie-Expertise zusammenführen. Ziel ist es, einen ersten Bioraffinerie-Prototypen unter der Verwendung des OrganoCat-Verfahrens zu bauen und dabei auch wirtschaftliche Aspekte zu untersuchen.

4. September 2018
von Frank Frick
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Über künstliche Intelligenz schreiben – ohne KI

Keine Frage: Unter den Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz sind einige, die Angst einflößen. Das drastischste Beispiel sind Waffen, die sich selbstständig ihr Ziel suchen – ganz ohne menschliches Zutun. Was noch vor wenigen Jahren höchstens Autoren und Leser von Science-Fiction-Romanen beschäftigte, wird gerade Realität. Sonst würden die Vereinten Nationen nicht über ein Verbot solcher autonomen Waffen verhandeln.

Die neuen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz schüren auch Ängste um den Arbeitsplatz. Da geht es nicht mehr um Roboter, die den Menschen bei stupiden und körperlich anstrengenden Tätigkeiten ersetzen. Künstliche Intelligenz könnte selbst Journalisten überflüssig machen – auch Wissenschaftsjournalisten?! Das Medienmagazin Journalist berichtet jedenfalls  in seiner aktuellen Ausgabe über Robotertexte bei Handelsblatt und Focus Online. Und Google gibt auf die Suche „künstliche Intelligenz Texte“ Anzeigen wie diese aus.

Doch es gibt auch hellere Seiten der eigentlich faszinierenden Technologie. Dazu gehört, sie in den Dienst der Wissenschaft zu stellen. Künstliche Intelligenz könnte etwa dazu beitragen, das menschliche Gehirn besser zu verstehen. So wertet der Jülicher Hirnforscher Prof. Simon Eickhoff auf spezielle Weise und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Schnittbilder des Gehirns aus, die mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gewonnen wurden.

Prof. Simon Eickhoff. Copyright: Forschungszentrum Jülich/ Sascha Kreklau

Er hat bereits gezeigt, dass sich aus den Bilddaten Informationen über Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen gewinnen lassen, frei nach der Devise: „Zeige mir die Aufnahmen Deines Gehirns, und ich sage dir, wie du tickst.“ Eickhoff hofft, dass sich mit seiner Methode künftig unter anderem die individuelle Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls von Menschen beziffern lässt, die sich von einer schweren Depression erholt haben. Ich habe  im Auftrag des Forschungszentrums Jülich mit dem Hirnforscher gesprochen. 

10. August 2018
von Frank Frick
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Mathematik für die Energiewende

Text des Wissenschaftsjournalisten Dr. Frank Frick in einer Sonderbeilage des Forschungsmagazins „bild der wissenschaft“. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem  Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM).

Formel Grün

Die Energiewende stellt Stromanbieter, Stadtwerke, Netzbetreiber und Technikentwickler vor neue Aufgaben, die sich nur mithilfe der Mathematik bestmöglich lösen lassen.

Eine Überschrift in der Sächsischen Zeitung vom 9. Juli 2015 behauptet: „Erneuerbare Energien sind unberechenbar.“ Wörtlich genommen, hieße das: Es ist sinnlos, dass sich Mathematiker und Informatiker mit dem Strom beschäftigen, den Windkraft- und Solaranlagen produzieren. Doch die Realität ist eine völlig andere: Hochqualifizierte Rechen- und Programmierkünstler sind unerlässlich, um die Energiewende intelligent umzusetzen – und so zum Erfolg zu führen.

Sie möchten mehr lesen? Sie möchten wissen, warum die Informationstechnik ein wesentlicher Baustein einer gelingenden Energiewende ist? Kein Problem, ein Klick genügt und der layoutete Artikel auf den Seiten des Fraunhofer ITWM öffnet sich im PDF-Format.

 

1. August 2018
von Frank Frick
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Chemieunternehmen berichten über Innovationen

Für Chemieunternehmen ist es schwer, ihre Forschungsergebnisse und ihre gesellschaftliche Bedeutung an die Frau und den Mann zu bringen. Viele Menschen winken von Anfang an ab, wenn sie das Wort „Chemie“ hören: „Das habe ich schon in der Schule nicht verstanden.“ Oder: „Ein dreckiges Geschäft…“ Nicht über ihre Innovationen und Fortschritte zu schreiben, kann aber für die chemische Industrie selbstverständlich nicht die Lösung sein. Sie muss Kunden informieren, neue Mitarbeiter gewinnen, Investoren überzeugen. Ansonsten kann ein Unternehmen im Wettbewerb nicht bestehen. Ein Unternehmen sollte Zielgruppen, die an der chemischen Industrie grundsätzlich interessiert sind, nicht durch schlechte Texte verscheuchen. Schlecht kann heißen: Ein Artikel arbeitet die Bedeutung eines Forschungsergebnisses oder einer Entwicklung nicht klar heraus. Oder er holt den Leser nicht bei seinem Alltagswissen ab. Oder er ist selbst für Chemie-Interessierte langatmig und langweilig. Zudem würden falsche Angaben wertvolles Vertrauen verspielen. Nebenbei: Vertrauen steht auch dann auf dem Spiel, wenn nicht klar wird, dass ein Text im Auftrag des jeweiligen Chemieunternehmens geschrieben wurde. Also wenn der Texter verheimlicht, dass es sich um einen Interessen-geleiteten Artikel handelt.

Seite aus Artikel im Magazin des Chemieunternehmens Wacker

Profi-Texte lohnen sich

Folglich: Obwohl Texte, die von Chemieunternehmen beauftragt werden, wohl nie zum Publikumsrenner werden, macht es sich bezahlt, wenn sie von einem Profi geschrieben sind. Zwei aktuelle Beispielartikel von Dr. Frank Frick finden sich im Unternehmensmagazin Elements von Evonik und WWW von Wacker.

 

Seite aus dem Magazin WWW des Chemieunternehmens Wacker

20. Juni 2018
von Frank Frick
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Ein Paradies für Gamer

Willkommen in der virtuellen Welt: Experten des Jülich Supercomputer Centre ermöglichen es, dass man in die Ergebnisse von wissenschaftlichen Simulationen eintauchen kann wie in die virtuelle 3D-Umgebung eines Computerspiels.

Für manchen Computerspieler käme es dem Paradies wohl recht nahe: das Büro von Jens Henrik Göbbert. Dort steht die perfekte Grundausstattung für Virtual Reality (VR): vom leistungsstarken Computer über eine moderne VR-Brille bis hin zum stabförmigen Steuerungsgerät, dem Controller – kurzum die nächste Stufe auf dem Spielemarkt, in der die Spieler nahezu lebensechte Welten erkunden. Wer Göbbert besucht, darf sich die klobige Brille aufsetzen, den Controller in die Hand nehmen und in eine andere Sphäre eintauchen: Ein Schritt nach vorne im Büro ist ein Schritt vorwärts in einem Kosmos voller glitzernder kleiner Tröpfchen. Dreht Göbberts Besucher den Kopf nach links, sieht er einen silbrigen Flüssigkeitsstrahl. Ein Knopfdruck auf dem Controller und schon zoomt der Strahl heran. Computerspiel-Entspannung für Wissenschaftler und Gäste des Forschungszentrums?

Selbstverständlich nicht. Göbbert gehört zum Team „Visualisierung“ des Jülich Supercomputer Centre (JSC). Er arbeitet daran, wissenschaftliche Simulationen sichtbar zu machen. Forscher aus unterschiedlichen Fachgebieten wenden sich an ihn, um ihre Ergebnisse zu visualisieren oder sie in der virtuellen Realität genauer zu analysieren. Bei den Tröpfchen und der Flüssigkeit handelt es sich beispielsweise um Kraftstoff, den eine Düse in den Motor einspritzt. Diesen Prozess wollen Forscher des Instituts für Technische Verbrennung der RWTH Aachen verbessern.  Eine Herausforderung sind etwa die gigantischen Datenberge, die bei der Simulation des Einspritzvorgangs anfallen. Göbbert und seine Kollegen arbeiten an Methoden, die die Daten für die jeweilige Visualisierung direkt aus der Simulation herausziehen: Die Bilder oder die VR-Welt sollen künftig „live“ entstehen, während der Supercomputer rechnet,– ohne dass die Daten wie sonst üblich zuvor gespeichert wurden.

Neugierig geworden? Mehr finden Sie in der elektronischen Ausgabe der effzett 1-2018.

Alternativ können Sie die Printversion des Magazin aus dem Forschungszentrum Jülich hier herunterladen

16. Februar 2018
von Frank Frick
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Energiespeicher-Pläne im Ruhrgebiet

Der Journalist Frank Frick hat die Texte des Schwerpunkts „Zeitenwende im Ruhrgebiet“ in der Februarausgabe von „Deutschlands erstem Wissenschaftsmagazin“ geschrieben.  Er berichtet darin etwa über den ehrgeizigen Plan, nach dem Aus der letzten Steinkohle-Zeche im Ruhrgebiet auf deren Gelände ein unterirdisches Pumpspeicher-Kraftwerk zu errichten. In einem anderen Artikel stellt der Journalist die Wasserstadt Aden vor, die in Bergkamen entsteht. Ihre Bewohner sollen mithilfe von Wasser aus ehemaligen Bergwerken heizen und kühlen.

bild der wissenschaft 2-2018

Hier ein Ausschnitt aus einem der Artikel des Schwerpunktes:

Energie der Marke Prosper-Haniel

Ein Pumpspeicher-Kraftwerk könnte auf dem Gelände eines Bergwerks in Bottrop regenerativ erzeugte Energie speichern.

„Die Chinesen würden gucken – und sie wären beileibe nicht die Einzigen“, ist Ingenieur André Niemann überzeugt, Professor an der Universität Duisburg-Essen. Das Bauwerk, von dem er spricht, wäre tatsächlich weltweit einmalig. Auf den ersten Blick zu erkennen wäre davon allerdings nur ein etwa 100 000 Quadratmeter großer See. Der Rest läge unter der Erde, in Tiefen bis zu 520 Metern.

Der Ort: das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Im Dezember 2018 wird mit seiner Schließung die Zeit zu Ende gehen, in der die Bezeichnung Kohlenpott für das Ruhrgebiet einen Sinn ergab. Dann wird der schwarze Energieträger nicht mehr aus der Erde geholt. Und es könnte mit einem Bauwerk begonnen werden, dessen Planung weit fortgeschritten ist. Es würde helfen, das schwankende Angebot an „grünem“ Strom – mithilfe von Wind oder Sonne erzeugt – an den stets schwankenden Strombedarf anzugleichen. Das „Untertage-Pumpspeicherkraftwerk“ wäre ein perfektes Sinnbild für die deutsche Energiewende. Und zugleich stände es für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Mehr Symbolkraft geht nicht. Was derzeit noch fehlt, um die fertigen Pläne umzusetzen, sind allerdings Investoren.

Zukunft für Strecken und Streben

Die Idee geht auf das Jahr 2010 und ein kleines Team von Umweltwissenschaftlern an der Universität Duisburg-Essen zurück. Nachhaltigkeitsexperte Ulrich Schreiber bedauerte, dass die bergbauliche Infrastruktur – Schächte, Strecken und Streben – nach und nach einfach aufgegeben wurde. Schließlich hätten sie einen perfekten Zugang zur Unterwelt geboten. Als Geologie-Professor dachte Schreiber zunächst daran, diese Infrastruktur zur Nutzung der Erdwärme einzusetzen. Im Gespräch mit den Kollegen vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft um André Niemann kamen die Forscher dann auf die Möglichkeit eines unterirdischen Pumpspeicher-Kraftwerks.

Für ein Pumpspeicherkraftwerk braucht man normalerweise zwei Dinge: einen Berg und Wasser. Denn es besteht aus zwei Becken in unterschiedlicher Höhe, verbunden durch Druckrohrleitungen.  Soll elektrischer Strom gespeichert werden, so wird  Wasser vom Untersee in das Oberbecken gepumpt. Wird der Strom benötigt, wird das Wasser bergab zurück ins untere Bassin geleitet. Turbinen und Generatoren verwandeln die Kraft des fallenden Wassers wieder in elektrischen Strom.

Berge – und damit vergleichsweise viele Pumpspeicherkraftwerke – gibt es hierzulande vor allem in Süddeutschland, aber auch in den Nachbarländern Schweiz und Österreich. Für die Oberbecken werden manchmal ganze Berggipfel abgetragen. Oft befinden sich Druckrohre und Maschinen im Inneren eines Berges. Insofern ist der gedankliche Schritt von einem herkömmlichen Pumpspeicherwerk zu einer Anlage in einem Bergwerk nicht sehr groß. Statt Wasser von einer Bergspitze abwärts durch den Berg fließen zu lassen und in ein Talbecken zu leiten, kann man im Prinzip genauso gut Wasser von der Erdoberfläche aus in die Tiefe einer Bergwerksgrube fallen lassen. Weiterlesen →